Zinsbindung
Die Zinsbindung ist der Zeitraum, für den der Sollzins eines Darlehens fest vereinbart ist — sie ist der zentrale Baustein, um das Risiko 'was passiert bei steigenden Zinsen' realistisch einzuschätzen, statt es pauschal zu fürchten oder zu verdrängen.
Wie die Zinsbindung das Risiko strukturiert
Während der vereinbarten Zinsbindung (üblich sind 10, 15 oder 20 Jahre) bleibt die monatliche Rate unabhängig von Marktzinsschwankungen konstant — das Risiko eines steigenden Zinsniveaus betrifft in dieser Zeit ausschließlich die Bank, nicht den Kreditnehmer. Erst nach Ablauf der Zinsbindung wird zum dann aktuellen Marktzins neu finanziert (siehe Anschlussfinanzierung), und genau dort liegt das reale, aber zeitlich klar eingrenzbare Zinsänderungsrisiko.
Wie lange sich eine Bindung lohnt
Eine längere Zinsbindung kostet in der Regel einen leichten Zinsaufschlag gegenüber einer kürzeren, bietet dafür aber mehr Planungssicherheit über einen längeren Zeitraum. Für den Exit-Fahrplan 55 ist eine Zinsbindung, die einen Großteil der geplanten Haltedauer bis zum Zielpunkt Mitte 50 abdeckt, meist die naheliegende Wahl — die konkrete Laufzeit hängt vom individuellen Alter beim Einstieg und der geplanten Tilgungsgeschwindigkeit ab.
Warum das kein Freibrief ist
Die Zinsbindung schaltet das Zinsänderungsrisiko nicht komplett aus, sondern verschiebt es auf den Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung — eine seriöse Musterberechnung rechnet deshalb auch mit einem realistischen, nicht nur mit dem heutigen Anschlusszins, um zu zeigen, wie robust die Kalkulation bei einem moderat höheren künftigen Zins bleibt.
Verwandte Begriffe
Cashflow (Immobilie)
Monatliches Ergebnis aus Mieteinnahmen plus Steuerrückfluss minus Finanzierungsrate.
Risiken der Kapitalanlage-Immobilie
Verbleibende Risiken trotz Absicherung: Anschlussvermietung, Anschlussfinanzierung, Wertentwicklung.
Exit-Fahrplan 55
AUP-Leitkonzept: über kumulierte Abschreibung und Tilgung bis etwa Mitte 50 zu weitgehend schuldenfreiem Mietertrag kommen.
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