Rechner 1 von 2 · Anlage 2 ImmoWertVRestnutzungsdauer einer Immobilie berechnen — nach ImmoWertV 2021, mit fiktivem Baujahr
Zuerst die Frage, wie lange das Gebäude überhaupt noch nutzbar ist. Der Rechner folgt dem Modell, das die Anlage 2 der Immobilienwertermittlungsverordnung vorschreibt (zu §12 Abs. 5 Satz 1 ImmoWertV, BGBl. I 2021, 2820) — dieselbe Grundlage, nach der ein Sachverständiger rechnet. Das Ergebnis lässt sich unten direkt weiterverwenden.
Die acht Modernisierungselemente und ihre Punkte
Die Punktzahl entsteht nach Tabelle 1 der Anlage 2 aus acht Elementen: Dacherneuerung mit Wärmedämmung und Wärmedämmung der Außenwände zählen je bis zu 4 Punkte, Fenster und Außentüren, Leitungssysteme, Heizungsanlage, Bäder, Innenausbau und eine wesentliche Verbesserung des Grundrisses je bis zu 2 Punkte. Zusammen sind das 20. Liegen die Maßnahmen länger zurück, sind weniger als die Höchstpunkte anzusetzen.
Wann das Modell greift — und wann die einfache Rechnung gilt
Modernisierungen wirken sich erst ab einem bestimmten Alter aus. Tabelle 3 der Anlage 2 nennt für jede Punktzahl ein relatives Alter, ab dem die Formel anzuwenden ist — bei 0 Punkten 60 %, bei 8 Punkten 20 %, bei 18 und mehr Punkten 10 %. Liegt das Gebäude darunter, gilt schlicht: Gesamtnutzungsdauer minus Gebäudealter. Der Rechner sagt Ihnen, welcher der beiden Fälle bei Ihnen zutrifft.
Fiktives Baujahr und rechnerischer AfA-Satz
Aus der Restnutzungsdauer folgt beides: das fiktive Baujahr (das Baujahr, das ein Haus nach den Modernisierungen rechnerisch hat), mit dem ein modernisiertes Gebäude bewertet wird, und der rechnerische Abschreibungssatz von 100 geteilt durch die Restnutzungsdauer. Eine Restnutzungsdauer von 30 Jahren ergibt 3,33 % statt der typisierten 2 %.
Der Haken, den niemand nennt
Modernisierungen verlängern die Restnutzungsdauer — und senken damit den AfA-Satz. Für den Verkehrswert ist das gut, für die Abschreibung nicht. Wer auf eine hohe AfA zielt, sucht das unmodernisierte Objekt mit hohem Gebäudeanteil. Der Rechner weist beide Zahlen nebeneinander aus, damit der Unterschied sichtbar bleibt.